mono- bedeutet allein-, einzel-, ein- und stammt vom griechischen μόνος.
Bedeutung und Herkunft
mono- kommt vom griechischen μόνος, und das heißt allein, einzig, einsam. Als Kompositionsform μονο- war es schon im Altgriechischen ein fleißiges Bestimmungswort, das an ein Grundwort trat und ihm die Zahl eins gab. Ein Monolith ist wörtlich der aus einem einzigen Stein bestehende Block, aus μόνος und λίθος, dem Stein. An diesem alten Beispiel siehst du das Muster, das mono- bis heute befolgt: es zählt, und es zählt genau eins.
Pfeifer zeigt, dass mono- früh über das Griechische hinausgewachsen ist. Schon das Spätlatein bildete eigene Zusammensetzungen mit mono-, teils mit griechischem, teils mit lateinischem Grundwort, und über diesen Weg ist die Vorsilbe in die neueren Sprachen gelangt. Heute ist sie im Deutschen wie im Englischen produktiv, vor allem für wissenschaftliche und technische Ausdrücke.
Die Bedeutung ist über die Jahrhunderte erstaunlich stabil geblieben. mono- meint fast immer schlicht nur eines. Ein Monolog ist die Rede eines Einzelnen, eine Monokultur der Anbau nur einer Pflanzenart, ein Monochrom ein Bild aus einer einzigen Farbe, monoton der immer gleiche, eine Tonlage haltende Klang. In der Chemie steht mono- für ein einzelnes Atom oder eine einzelne Gruppe, in Monoxid gegenüber Dioxid. Überall ist es die Eins, die den Unterschied macht.
Das lateinische Gegenstück ist uni-, und beide meinen dasselbe, die Einzahl. Die Wahl zwischen ihnen richtet sich nach der Herkunft des Grundworts. Zu einem griechischen Stamm tritt mono-, zu einem lateinischen uni-. Deshalb heißt es Monolog, aber Unikat, Monotonie, aber Uniform. Wer die beiden mischt, bildet Wörter, die einem Sprachgefühl sofort schief vorkommen, auch wenn sich der Fehler nicht immer benennen lässt. Ein Monoform oder ein Unilog wird dir nirgends begegnen, und das hat einen Grund.
Vor einem Vokal verkürzt sich mono- oft zu mon-, damit nicht zwei Vokale aufeinanderprallen. Aus mono- und archós, dem Herrscher, wird nicht Monoarch, sondern Monarch, der Alleinherrscher. Dasselbe passiert im Monokel, dem einzelnen Augenglas. Wer das weiß, erkennt mono- auch dort, wo das zweite o verschwunden ist.
Der häufigste Fehler ist deshalb keine Bedeutungsverwechslung, sondern eine Stilfrage: mono- an einen lateinischen oder gar deutschen Stamm zu hängen. In lockeren Neubildungen passiert das gelegentlich, in sauberer Fachsprache bleibt mono- beim griechischen Grundwort. Merke dir das Paar Monolog und Uniform, dann hast du die Regel im Ohr.
Ein eigenes Leben führt mono- schließlich in der Tontechnik. Dort ist Mono zum selbständigen Wort geworden, dem einkanaligen Ton, im Gegensatz zum zweikanaligen Stereo. Aus der Vorsilbe ist ein Fachbegriff geworden, den man auch ohne Grundwort versteht. Und doch steckt darin nichts anderes als die alte griechische Eins: ein Kanal, eine Quelle, ein Signal.
Beide meinen die Einzahl. mono- tritt zu griechischen Grundwörtern, uni- zu lateinischen. Monolog, aber Uniform. mono- betont oft das nur eine, uni- eher die Einheit aus vielem.
Beispielwörter
Enthaltene Buchstaben: My · Omikron · Ny · Sigma
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